Sehnsucht

Sehnsucht: Ein Tag um den anderen verging, ohne eine weitere Nachricht von ihm. Kein Umschlag in orange. Kein Anruf. Jedem mir begengnenden Mann auf dem täglichen Weg zur U-Bahn starrte ich bis zur Peinlichkeit ins Gesicht

Wo war er nur? Warum meldete er sich nicht mehr? Ich stand oft auf dem Balkon und musterte Fenster für Fenster. Da entdeckte ich die orange verhängte Balkontür. Da muss er sein! Immer wieder schlich ich zum Fenster, um ja keine Regung aus dieser Wohnung zu verpassen. Endlich! Die Tür öffnete sich. Eine Frau mittleren Alters schüttelte eine Tischdecke aus. Fuck. Daneben. Mir doch egal. Ich beschloss, ihn zu vergessen. Spanner. Idiot. Ablenken. Kino. Katzen. Wer wagt es, mich während „Verliebt in Berlin“ anzurufen?

„Du bist süß. Deine Suche nach mir grenzt an Verzweiflung. Du hast mir gestern fragend ins Gesicht geblickt. Ich konnte mein Lächeln gerade noch im Zaum halten. Ich dachte mir schon, dass Du Frau Schneiders Wohnung für meine halten würdest wegen des orangefarbenen Vorhangs. Du sahst putzig aus, als Deine Augen sich zu Schlitzen verengten, um irgendeinen Hinweis auf mich und meinen Aufenthaltsort zu erhaschen. Heute habe ich eine kleine Aufgabe für Dich. Jetzt wirst Du Dich auf Dein Rad schwingen, an dem der Dynamo fehlt, und im Supermarkt eine Schlangengurke kaufen. Nein. Keine Mittelgroße. Das Prachtexemplar wirst du kaufen. Du weisst, was Du damit zu tun hast. Tief und fest. Balkontüre offen. Ach ja, stell die Stehlampe näher ans Bett.“ Klick.

Frau Schneider? Schlangengurke? Dynamo? Ich sah in seine Augen? Stehlampe? So genau beobachtete er mich? Meine Gedanken tanzten derwischgleich durch meinen Kopf. Aber das leise Kribbeln zwischen meinen Beinen übernahm die Oberhand.

In der Gemüseabteilung befürchtete ich, dass mir jeder meine Gedanken ansehen würde, während ich die Gurken prüfte. Das ist sie. Grün, dick, prall und leicht gebogen. Einen Becher Naturjoghurt als Gleitmittel geschnappt, bezahlte ich und radelte nach hause. Der Fahradsattel war auf einmal aufdringlich.

Die Zeit bis zur Dunkelheit zog sich bis ins Unerträgliche hin. Er kannte also die Tischtuchausschüttlerin. Somit war die Suche eingegrenzt auf das eine Haus. Fenster für Fenster nahm ich unter die Lupe.

„Hallo Nachbarin, na, gibt’s Gurkensalat?“ rief mir die junge Mutter von nebenan zu. Ich hatte die Gurke in meiner Hand ganz vergessen und fühlte mich ertappt. „Ja…äh…tschüß…“

Endlich Dunkelheit. Aber wann? Er hatte keine Zeit genannt. Ich weiß nicht, zum wievielten mal ich auf dem Balkon stand und jede Bewegung hinter den erleuchteten Fenstern seines Hauses studierte. Da sah ich die kleinen Blitze am Dachbodenfenster. Immer wieder leuchtete ein kleiner weißer Stern auf. Es dauerte einige Sekunden, bis ich begriff, daß er mir durch das Betätigen eines Feuerzeugs im Sekundentakt das Startsignal gab.

Ich ließ mein Kleid vom Körper gleiten, legte mich auf das hell beleuchtete Bett und tauchte den Gemüseschwanz in den Joghurt. Meine Clit lugte schon erregt hervor. Die Kälte des Joghurts an meinen heissen Schamlippen zauberte einen Schauer über meinen Körper. Schmatzend glitt der grüne Schwanz in mich hinein. Sie war so dick. So groß. Aber ich empfing sie. Ich wusste, Du würdest zusehen. Ich hörte fast deine Stimme in meinem Kopf: „Tiefer. Fick Dich. Schneller. Drehe sie.“

Eine Hand fickte mich mit der Gurke, die andere bearbeitete meinen Kitzler. Ich spürte, daß ich den Orgasmus nicht mehr lange zurückhalten konnte. Meine Bewegungen wurden schneller. Die Beine weit gespreizt, damit Du alles sehen kannst, wollte ich nur noch kommen.

Rrrrrinnngggg.

„Stop. Hör sofort auf, du kleines geiles Miststück. Zerhacke die Gurke zum Salat und esse sie auf dem Balkon.“ Klick.

Das Dressing machte ich aus dem Joghurt.