Kodex Teil1

D e r K o d e x

Erzaehlung einer Begebenheit EPILOG Als ich damals in der Gymnasialstufe den Literaturkurs besuchte, nötigte mich die Lehrerin zum verfassen eines Haikus. Haiku nennt man ein Silbengedicht, welches ein einmaliges Naturereignis beschreibt. Ich dachte lange nach, bevor mir etwas einfiel. Das Schema war mit 5 – 7 – 5 – Silben vorgegeben. Nach einigem grübeln flossen folgende Worte vom Hirn mittels meiner Hand auf’s weiße Papier.: SILBERMOND URALT in deinem licht liege ich auf nasser wiese Eigentlich sollten wir drei Haikus abgeben, aber dieser eine Haiku ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Es war mehr als nur ein einmaliges Erlebnis, dass sich darin offenbarte. So müsste das Kapitel meines Lebens überschrieben worden sein, wenn es ein Buch über mein Leben gäbe.

1. KAPITEL

“Es ist schon viel geschehen hier – Du wirst nicht glauben was Du mit eigenen Augen gesehen hast. Aber geb der Seel doch a Ruh, wirst schon sehen was wird!” (Hans) Meine Kindheit verlief gesittet. Vielleicht sogar zu gesittet. So kam es, dass ich mit 20 Jahren noch immer nichts von der Politik oder den Frauen wusste. Mein erstes Erlebnis hieß Ulrike. Sie war eine Hausmagd in unserem Anwesen. Ich sah sie jeden Tag. Sie war hässlich. So hässlich, dass sie eigentlich nur Hausmagd werden konnte. Sie rasierte sich einmal wöchentlich die Beine, und einmal sah ich in der Küche den Bottich mit dem schmierigen Wasser, auf dem eine schillernde Oberfläche glänzte und der Schaum vom Rasiermittel vor sich hin trieb. Mit Ulrike verband ich nur unangenehmste Erinnerungen. Und eines blieb noch nicht mal mir, dem unerfahrenen Jüngling des Hauses verborgen: Diese Frau war geil in des Wortes schändlichster Bedeutung. Sie brauchte einen Propfen, sonst würde sie noch das ganze Haus überschwemmen. Dieser Propfen war der Knecht Hans. Hans war ihr ebenbürtig. Er hatte blondes gelocktes Haar und war sehr dürr. Wenn auf dem Feld gearbeitet wurde, dann war Hans derjenige, der die Pferde zu leiten hatte. Aber noch nicht einmal die Pferde mochten von Hans berührt werden. Man lachte über Hans aus vollem Halse. Hans blieb immer still. Er war jemand der über gar nichts lachte. Sein Lieblings Spruch war “Ach gebt der Seel a Ruh’”. Niemand wusste was Hans damit meinte, aber wir nahmen alle an, dass selbst er es nicht so recht wusste. Naja, Hans war auf jeden Fall der Propfen der Ulrike. Er schlich allabendlich zur Kammer der Ulrike.

Wenn ich es sah, dann schlich ich sofort hinterher. Zuerst war es ruhig, dann hörte ich Ulrike schreien und es rumpelte gar sehr hinter der Türe. Diese Geräusche waren nichts neues. Damals zu den Zeiten wo ich noch mit der Mutter und dem Vadder in ein und dem selbigen Bett hatte schlafen müssen zu deren Ende an den Füssen waren dieselben Laute des öfteren zu vernehmen. Eines Tages wollt ich schon mehr wissen und ging zur “Ulli”. Ich fragte sie nach dem Grunde, weshalb der Hans denn immer gar so spät kommen müsse, wenn er sie besuche, seine Arbeitszeit sei doch gar nicht so lange. Schon um fünfe könnte er sie doch besuchen kommen. Sie sah vom Kochtopf auf und während sie noch umrührte fragte sie: “Der Junior hat gelauscht an derer Türe von die Ulli? Nun wenn er hat gelauscht so wird er was gehört haben wohl?” – Das konnte ich natürlich nur bejahen, denn damals war ich in dem Glauben erzogen worden, dass die Ehrlichkeit einen weiterbringe. “So hat denn der Junior einen Blick gewagt und etwas gesehen?” fragte sie, was ich natürlich wahrheitsgemäß verneinen musste, und in diesem Augenblick sah sie doch etwas betrübt aus. NEIN, NEIN und zum DRITTEN MAL NEIN! versicherte ich ihr, denn sie konnte wirklich glauben, dass ich nicht die Zimmer der Mägde zur späteren Stunde betreten würde. Heute ist mir klar, dass sie angst hatte, dass ich gesehen haben könnte wie sie zu Gange war, aber damals ging es mir natürlich nur darum allen Verdacht eventuellen Diebstahls von mir zunehmen, denn die Knechte klagten zu dieser Zeit über den Schwund von Briefen, die sie geschickt hätten. Ich aber wusste ganz genau, dass es keine Briefe waren, sondern Bilder von Männern und Frauen die ineinander gesteckt waren. Solche Lügner! Die Ulli ging mir seit dem Gespräch des öfteren an die Wäsche. Wars in der Küche, war es in irgendeiner sonstigen Situation als sie uns unbeobachtet glaubte. Sie schob ihre Hand unter meinen Wams und streichelte mir den Rücken. Ihre Hände wanderten nach vorne auf den Bauch und immer tiefer. Ich begann regelrecht in Panik zu geraten und machte mich sodann auf den Weg zu irgendwas.

Irgendwas heißt dass mir in diesem Moment schon irgendein Grund für meinen plötzlichen Aufbruch einfiel, aber ich weiß heute nicht mehr, was ich damals alles erfunden habe. Aber irgendwie habe ich es immer geschafft. Im Oktober des Jahres 1913 geschah etwas wunderbares. Wir bekamen eine zusätzliche Magd, denn die hässliche Ulrike hatte über kaum noch zu bewältigende Arbeit geklagt. Der Ulrike ging ich aus dem Wege. Als die neue Magd kam, da wurde die Ulrike ganz unruhig und ich glaube richtig neidisch. Denn die neue Magd die war eine echte Schönheit. Sie war so schön, dass ich abends zum Einschlafen mit der Leistengegend meine Matratze rieb. Ein schönes Gefühl war das. Irgendwann nahm ich auch meine Hand zur Hilfe und entdeckte eine ganz neue Art mir ein schönes Gefühl zu verschaffen. Ich war gerad so mittendrin, als die Türe aufging, und die junge neue Magd in der Türe stand. Das dumme war, dass ich mit der Latte in meiner Hand geradewegs in Richtung Türe lag, und sie sofort sehen konnte, was ich da trieb. Sie war so schön. Sie hatte dunkelbraune Haare, und sie hatte einen sehr schönen Busen dessen Nippel sich durch ihr Kleid abzeichneten. Ihre Figur war so schön und fein, gleich einer Feengestalt aus dem Buche “DEUSCHE HELDENSAGEN”. Damals kannte ich nur dieses Buch, die Geschichte von Brunhild und von Siegfried. In diesem Buch war die Brundhild auf einer sehr schoenen Zeichnung angebildet. Ich habe sie mir oft angesehen, mir dabei Freude verschafft und an die schöne Sandra gedacht. So hieß die Magd. Sie machte die Türe gleich wieder zu, und wir sprachen nie wieder über diesen Vorfall.

Ich hatte gar nicht mehr daran gedacht, dass ich ja der hässlichen Ulli aus dem Weg ging. Eines Abends konnte ich beobachten, wie der Hans sich wieder aufmachte in den Magdentrakt. Ich lief hinterher und war diesmal gewillt herauszufinden, was denn da hinter der Türe getrieben wurde. Doch - Potzblitz! - dieser Lump, dieser erbärmlich Lump, er stieg nicht bei der Ulli ein, sondern bei der Sandra. War das noch gerecht? Diese halbe Hose, die bisher das fertigbrachte, was kein anderer auf dem Hofe jemals wagte, dieser erbärmliche “Ach gebt derSeel a Ruh’”-Typ aus dem Schwabenlande (der ohnehin nicht so ganz richtig im Kopfe zu sein schien), der war doch tatsächlich hinter der Türe meiner angebeteten lieben Sandra verschwunden. Ich weiß nicht, wieso, aber ich stürmte, erzuernt in das Zimmer hinein. Es war der erniedrigende Anblick meines Lebens. Er hatte seine Latte tief in ihr stecken und sie lag unter ihm. Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen, wohl aber hören konnte ich sie. Sie schrie “Ja, so ist guuut. mach weiter, nicht aufhören – warum hörst Du auf – Ach es ist grad so schön!”. Ich sah Hans in die Augen und er sah mir in die Augen, dann wurde ich an den Ohren gepackt und aus dem Raum gezogen. Die Türe wurde geschlossen. Ich glaube Sandra hatte davon nichts mitbekommen.Solgleich wurde ihr schreien lauter. Ich glaube Hans gab sich jetzt extra viel Mühe. Dieses Schwein. An den Ohren hatte mich die Ulli herausgezogen. Ich war so wütend und traurig. Ich war richtig deprimiert. Ich brauchte eine Brust zum Ausheulen. Dass ich in die Höhle der Loewen getappt war

bemerkte ich erst als es zu spät war. Der Hans hatte sie mir weggenommen. Dafür sollte er büßen. Ich beschloss nun die Ulli zu vögeln, als Rache. Und sie tat ihr übriges. Sie war hei wie eine Kartoffel und Nass wie ein Meer. Sie griff mir an die Latte und sorgte dafür, dass sie an Kraft gewann. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie schaffte es dieses ekelhafte Weib mir eine Erektion zu verschaffen,. als ich in sie eindrang musste ich an Sandra denken. Als ich auf ihr Lag schloss ich die Augen und stellte mir vor ihr Stöhnen sei das der Sandra. Es war unglaublich ekelhaft. Es kam ihr, ich spürte ihre Kontraktionen. Normal wäre es mir spätestens jetzt gekommen, aber diese Frau war einfach ekelhaft. Ich entglitt ihr, und als ich auf mein Zimmer lief, hörte ich, wie es gerade Hans kam. Ich beschloss ihn umzubringen. Ich würde ihn schikanieren, er würde seines Lebens nicht mehr froh werden an diesem Hofe. Ich lag im Bett und spielte an meiner schlaffen Nudel herum. Irgendwie kam es mir dann doch noch.Es war ein kalter und trockener Orgasmus. Ich hatte am nächsten Tage fieber. Die neue Magd brachte mir Milch mit Honig und sah aus wie immer….