Erwartungen

Erwartungen:  Als ich morgens zur Arbeit gehen wollte, sah ich den orangen, mit Tesafilm befestigten Umschlag AN meinem Postkasten kleben. Mein Gesicht wurde heiß. Spinnt er? Jeder Nachbar hätte ihn wegnehmen und lesen können! Ich war spät dran und stopfte ihn schnell in meine Manteltasche, nicht ohne zu prüfen, ob er noch zugeklebt war. Gott sei Dank. Auf dem Weg zur U-Bahn fiel der Adrenalin-Galopp in einen leichten Trab.

Unverschämtheit! Aber da war auch dieses leise Kribbeln wieder da. Nein! Ich denke gar nicht daran, an ihn zu denken! Bestimmt sieht er aus wie ein debiler Waldschrat. Warum sonst zeigt er sich nicht? Seine Stimme allerdings war angenehm. Auch seine Ausdrucksweise mochte ich. Im Brief und im Telefonat war sie mir angenehm aufgefallen. Bescheuerte Formulierungen und Rechtschreibfehler waren sozusagen meine „weißen Tennissocken“. Sollte ich einen Blick riskieren? Neinneinnein! MP3 an. Marc Bolan. Hmmm, mein Traummann als ich 13 war. Wollte ihn heiraten… „Children of the Revolution“ … ach was solls. Ratsch. 

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Ich geniesse unser Spiel. Du auch. Das kann ich sehen. Ich fühle und sehe Deine Lust. Ich wusste, Du würdest im Schutz der Dunkelheit nicht weitermachen. Du bist ein hübsches, geiles, folgsames kleines Miststück.

Möchtest Du einen Schritt weiter gehen? Du willst! Heute abend um 21 h wirst Du Deine Wohnungstüre angelehnt lassen und wirst nackt mit verbundenen Augen in Deinem Schlafzimmer knien. Die Beine etwas gespreizt. Falls die Tür zu ist, ist das Spiel aus.“

Ich las den Brief bestimmt fünf mal, bis die Bahn an meinem Bestimmungsort ankam. Ich kann doch die Türe nicht für einen Wildfremden offen lassen!? Begriffe wie Serienkiller, Axtmörder und Psychopath segelten durch meine Gedanken. Die Arbeit lenkte mich ab. Zunächst. Aber der Feierabend rückte bedrohlich näher. Nein. Die Tür wird zu bleiben. Der hat sie doch nicht alle, zu erwarten, daß ich mich darauf einlasse!

Lilly und Paula gaben wieder ihr „Bin-schon-ganz-schwach-vor-Hunger-Schauspiel“, als ich heimkam. Ein Blick auf Lilly´s schlenkernde Wampe ließ mich lächeln über die Schauspielkunst. Nachdem die „Abendpflichten“ erledigt waren, checkte ich meine JC-Mails. Fein! Ghostface hatte sich gemeldet. Roman und Knorkschatz auch. Durch das Hin- und Hergemaile verging die Zeit wie im Flug. Schon halb neun. Na ja, duschen wollte ich ja sowieso. Hatte nix mit ihm zu tun! Und – meine Haut brauchte einfach mal wieder eine Öleinreibung! Das Wegräumen der umherliegenden Klamotten im Schlafzimmer war einfach nur fällig! Die Duftlampe mit Orangenöl anzuzünden machte ich auch alleine für mich!

Wo ist nur dieser verdammte schwarze Seidenschal????

Die Tür war angelehnt. Ich nackt. Mit verbundenen Augen kniete ich im Schlafzimmer und spreizte die Beine leicht.

Gänsehaut zog sich über meinen Körper. Ich spürte mein Herz bis zum Hals klopfen. Vielleicht kommt er ja nicht. Ich kann immer noch aufspringen und die Tür zuknallen, schoss es mir durch den Kopf. Meine Muskeln spannten sich schon, als ich das leise Knarzen des Parkettbodens hörte.

Zu spät.