Er führt mich aus (1)

Er führt mich heute aus!

„Ich möchte heute abend mit Dir essen gehen. Du wirst halterlose Strümpfe, Pumps und Brusthebe unter Deinem Mantel tragen. Alles in Schwarz. Ich erwarte Dich um Punkt Acht vor meiner Tür. Wenn Du vom U-Bahnhof ins Freie trittst, wirst Du den Mantel öffnen. Versuche nicht, Deine Blöße den Passanten zu entziehen, in dem Du den Mantel mit den Händen zusammenhältst. Jeder soll sehen, dass mein Stück Fleisch auf dem Weg zu mir ist.“

Die Nachricht auf dem Anrufbeantworter traf mich wie ein Schlag ins Gesicht.

Das kann er doch nicht von mir verlangen? Wie eine Hure gekleidet die Distanz von U-Bahn-Ausgang zu seiner Wohnung zurückzulegen. Auf dem Weg drücken sich auf Parkbänken abends sehr schräge Gestalten herum. Der Gedanke an die Kneipe in seiner Straße löst eine weitere Panikattacke in mir aus.

Essen gehen in diesem Outfit? Soll ich im Mantel essen?

Ich kann das nicht. Aber ich weiß, ich kann alles. Weil er es will. Ich mache, was er von mir fordert. Weil ich mich ihm voll und ganz geschenkt habe. Punkt.

Als ich den Mantel öffne, breitet sich sofort Gänsehaut über meinem Körper aus. Die Brustwarzen richten sich auf. Vor Kälte. Oder auch vor Erregung? Einzelne Passanten begegnen mir, aber sie beachten mich nicht. Im Gehen wende ich mich ihnen etwas ab. Ist das geschummelt? Ich frage mich, was ich antworten würde auf ein mir zugerauntes „Wie viel? Was machst Du alles? Geht auch ohne?“ Hitze strömt in meine Vagina.

Heute muß mein Glückstag sein. Die Kneipe hat Ruhetag!

Ich bin pünktlich. Er tritt aus der Tür und lächelt mich an. „Sehr brav. So mag ich es.“

Da stoppt schon das Taxi neben uns. Er hält mir die Tür auf. „Zieh den Mantel aus. Er würde verknittern.“
Die Schamesröte schießt mir ins Gesicht. Was wird der Taxler denken? Egal! Es ist unser Spiel. Wichtig ist, was ER über mich denkt. Ich reiche ihm den Mantel und steige quasi nackt in das Auto. Der Chauffeur nimmt keinerlei Notiz von mir, murmelt ein „Wo hin?“ und fährt, nach dem ihm die Adresse genannt wird, los.

Tausend Gedanken schießen mir durch den Kopf. Werden die anderen Gäste, Kellner und Rosenverkäufer eingeweiht sein? Wird er mich als Dessert anbieten? Auf dem Tisch gespreizt? Mit Creme Caramel bekleckert? Jedem zur Verfügung stehend? Und ER sieht lächelnd zu? An seinem Espresso nippend? Wie mich Fremde ficken? Benutzen?
Er ist unberechenbar in seiner Phantasie, was unsere Spiele betrifft. Alles kann passieren. Eine Zuführung meines Körpers dem Deckgorilla im Tierpark Hellabrunn könnte mich auch nicht wirklich erstaunen. Mein Körper gehört ihm. Wie meine Seele. Und mein Wille. Alles ist in seinem Besitz. Und seine Verfügung darüber ist sehr vielfältig.

Ich steige auf der dem Lokal abgewandten Seite aus dem Taxi und stehe sozusagen nackt auf der Straße. Ein Mütterchen ruft im Vorbeigehen „Flittchen!“
Er legt mir den Mantel um die Schultern, den Arm um mich und wir betreten das spärlich besetzte Restaurant.
Der Besitzer eilt auf uns zu. „Aah! Signore! Schön, sie wieder begrüßen ssu dürfen. Signorina! Schön wie Maestro besribe hat! Willkomme in meine beseidene Lokal.“ Er küsst meine Hand, ohne die Nacktheit unter meinem offenen Mantel zu beachten.
Wir werden an einen Tisch geführt, der uneinsehbar für die anderen Gäste ist.

ER nimmt mir den Mantel ab. Ich setze mich, mit nichts weiter als Nylonstrumpfhose , Pumps, Brusthebe und Schamesröte bekleidet, in einem öffentlichen Restaurant!