Die Stille

Stille: Die Sonne stand wie ein roter leuchtender Feuerball am Horizont, gemeinsam mit den bizarr angeleuchteten Wolken und dem fast vollen Mond, der bereits am Himmel stand, entstand über den weiten Feldern ein traumhaft schönes Bild.
Einzelne Baumgruppen stehen in der Weite des Landes, welches so schön ist, dass kein Mensch es je verlassen möchte. Der junge wilde Reiter, der im strengen Galopp über die Wiesen prescht, hat heute keinen Sinn für diese Schönheit. Die Wut kocht immer wieder in ihm hoch, Wut über seinen Vater, der von ihm endlich eine Heirat verlangt. Und weil er die eine für ihn bestimmte Frau noch nicht gefunden hat, war heute wieder einer dieser verhassten Abende, an dem der Vater irgendeine von diesen Töchtern aus gutem Hause eingeladen hat, um sie ihm schmackhaft zu machen. Mein Gott, dass arme Mädchen war gerade erst dreizehn, weit davon entfernt, eine Frau zu sein, die ihn interessieren könnte, ängstlich saß sie die ganze Zeit da, traute sich nicht einmal, ihn anzusehen. Sie war so hässlich, in diesem zarten Alter schon, dass er sich kaum vorstellen konnte, wie dieses Geschöpf jemals weiblichen Liebreiz entwickeln sollte. Seinem Vater war das egal, sie war die beste Partie weit und breit und er hatte seinem Sohn unmissverständlich klargemacht, dass wenn er nicht innerhalb der nächsten zwei Wochen heirate, der ganze Besitz an seinen jüngeren Bruder ginge. Selbst das war ihm mittlerweile egal, er würde eine solche Frau niemals heiraten, schon gar nicht ausschließlich wegen ihrer Besitztümer. Dafür war er einfach zu anständig. Er wollte eine Frau, die er liebt, zu der er in jeder Situation stehen könnte, die redegewandt war, selbstbewusst, schön und klug. Leider gab es derer wenig.

Er merkte, dass er seinem Pferd eine Pause gönnen musste und lenkte es zu dem kleinen See, an dem zu dieser Stunde eine so wunderbare Stille herrschte.
Das Wasser lag klar und dunkel vor ihm, kaum einsehbar durch die Bäume, die überall am Ufer standen. Sein Pferd band er an einen Baum, der etwas vom Wasser entfernt war, dort wuchsen Büsche, deren Blätter für seinen wunderschönen schwarzen Hengst so etwas waren, wie für ihn der Erdbeerkuchen am Sonntag. Er selbst ging ein paar Schritte, suchte sich ein schönes Fleckchen und setzte sich ins Gras. Er beobachtete das leichte Kräuseln auf der Wasseroberfläche. Langsam kam er zur Ruhe.

Plötzlich hörte er ein Geräusch, was nur von einem Menschen verursacht werden konnte. Schnell versteckte er sich hinter einem Busch und beobachtete das Geschehen. Als er die junge Lady sah, die, vorsichtig um sich blickend am Ufer entlangging, wollte er sich zeigen, aber irgendetwas hielt ihn zurück.
Als sie sich gänzlich unbeobachtet fühlen konnte, begann sie sich langsam zu entkleiden. Jetzt war es zu spät, nun konnte er nicht mehr hier fort, ohne die Dame in eine unmögliche Situation zu bringen, die Augen konnte er aber einfach nicht von ihr abwenden.
Das wunderbare rote Brokatkleid hatte sie über ihre Schultern gleiten lassen, sie stand in ihrem Unterkleid da und öffnete ihr langes, wunderbar in der beginnenden Dämmerung glänzendes Haar. Dann streifte sie ihre Schuhe ab, hob ihren Unterrock –oh welch wunderbare Fesseln sah er da- und prüfte mit ihrer Fußspitze vorsichtig die Wassertemperatur. Scheinbar angenehm überrascht schaute sie sich noch einmal und als sie niemanden erblickte, ließ sie alle Hüllen fallen und glitt fast lautlos in das kühle Wasser.
Ihm stockte der Atem bei so viel Anmut und Schönheit, eine Frau, so wie er sie sich immer gewünscht hatte. Im besten Alter, etwa Mitte zwanzig schätzte er sie, mit Sicherheit verheiratet, in diesem Alter konnte eine Frau von solcher Schönheit nicht mehr frei sein.
In langsamen genussvollen Zügen durchschwamm sie das kleine Gewässer, immer wieder blitzte ihr wohlgeformter Hintern und der Wasseroberfläche hervor. Schmerzhaft und heftig machte sich sein Geschlecht bemerkbar, seine Hand machte sich selbständig und öffnete die nun viel zu enge Hose, um ihm Befriedigung zu verschaffen. Ganz leise stöhnend rieb er sein hoch aufragendes Glied und ließ sie dabei keine Sekunde aus den Augen. Sie dreht und wand sich plötzlich im Wasser, als wolle sie ihm ihr Einverständnis signalisieren, zeigte abwechselnd ihre helle Brust, ihr gelockte Scham und ihr einladendes Gesäß. Er war so erregt, dass er sich abwenden musste, um es schnell zu Ende bringen zu können, lieber wollte er ihren Anblick ganz frei genießen können. Mit ein paar hastigen Handbewegungen und einem kräftigen Druck gegen seine Lenden verschaffte er sich Erleichterung und ergoss seinen Samen auf die dunkle Erde.
Es war mittlerweile so dunkel, dass er kaum noch etwas sehen konnte, also drehte er sich rasch wieder zum Wasser um noch ein paar Blicke erhaschen zu können. Sie war fort. Fast schmerzhaft machte sich eine Trauer in ihm breit, eine Trauer, die ihm sagte, er hatte etwas wichtiges verloren, vielleicht die Frau, die er immer gesucht hatte. Er stütze den Kopf in die Hände und weinte so hemmungslos wie ein kleines Kind, dem man sein Lieblingsspielzeug genommen hatte.
Plötzlich spürte er eine zarte Berührung an seinem Arm und drehte sich um. Da stand sie, direkt neben ihm, nackt. Noch nie hatte er eine Frau erlebt, die so frei war, sich etwas zu erlauben, was in ihrer Gesellschaft völlig unmoralisch war. Er wollte sich entschuldigen, sich vorstellen, begann zu stammeln, aber sie legte ihm einfach ihren Zeigefinger auf den Mund, legte ihn sanft auf den Boden und stellte sich über ihn. Ihr Körper glitzerte wie tausend kleine Edelsteine, die Wassertropfen fielen von ihrer Brust auf sein Hemd.
Ihre Schönheit ließ ihm den Atem stocken, er wagte sich nicht zu regen, geschweige denn, sie zu berühren. Langsam und aufreizend ging sie in die Knie, präsentierte ihm ihr Geschlecht und öffnete erneut seine Hose. Sein schon längst wieder bereiter Schwanz schnellte empor und wartete begierig auf das, was da kommen möge. Langsam ließ sie sich auf seinen Körper gleiten, sie war so nass, dass sie ihn sofort ganz problemlos in sich aufnehmen konnte. Sie verschmalzen miteinander, rollten sich auf der Wiese, lachten gemeinsam und liebten sich, wie sie es sich nie hätten erträumen können. Ihre Küsse schmeckten heiß und süß, ihre Körper glühten vor Leidenschaft und Sehnsucht. Sie vergaßen die Zeit, zählten nicht die Gipfel, die sie gemeinsam erklommen und sprachen während der ganzen Zeit kein einziges Wort.

In der Morgendämmerung erwachte er, sie lag in seinem Arm, es duftete nach ihrem süßen Körper und sein schlechtes Gewissen begann sich zu regen. Wie hatte er das tun können? Er hatte eine verheiratete Frau entehrt. Ganz elend war ihm zumute bei dem Gedanken, dass er sie wahrscheinlich nie wieder sehen könne, als sie sich langsam regte und die Augen aufschlug. Sofort prasselten die Worte der Entschuldigung aus ihm heraus, er redete wie ein Wasserfall, gestand ihr sein ganzes Elend, auch von seinem Vater und der bevorstehenden Zwangshochzeit erzählte er, packte seine ganzen Gefühle in diese wenigen Minuten vor dem nicht abwendbaren Ende dieser wunderbaren Nacht. Sie lag dabei ganz ruhig auf seiner Brust, sah ihm in die Augen und ihr Blick drückte eine Zärtlichkeit aus, wie er sie noch nie gesehen hatte. Als er ausgesprochen hatte, begann sie zu lachen, sie lachte lang und herzlich und er bereute alles, was er gesagt und gefühlt hatte. Plötzlich fühlte er sich benutzt und er wurde unsagbar traurig. Da nahm sie seinen Kopf in die Hände und blickte ihn ernst an. Und das erste Mal vernahm er ihre süße Stimme:
„Mein Name ist Loredana, ich bin die älteste Tochter des Grafen, dessen jüngste Tochter du heiraten sollst. Ich bin nicht verheiratet, weil mein Vater der Meinung ist, dass ich zu wild sei, um je einen Gatten zu finden. Ich bin frei und kann mir vorstellen, mit dir gemeinsam frei zu sein.“
Glücklich umarmten sie sich, kleideten sich an, schwangen sich gemeinsam auf sein Pferd und ritten in die aufgehende Sonne.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.