Das erste Treffen

Das erste Treffen:

sie weiß nicht, was sie da geritten hat… beklommen steht sie in dieser großen halle… fühlt sich plötzlich nur noch halb so mutig, wie noch zu hause, wo sie seine anweisungen nach der arbeit im briefkasten vorfand. sie hatte einfach nicht genug zeit darüber nachzudenken, da schon zwei stunden später das taxi vor der tür stand, um sie abzuholen. zwei stunden, in denen sie anfangs mit vor aufregung gerötetem gesicht und aufsteigender erregung durch die wohnung lief und ihre sachen zurechtlegte. dann ins bad ging, um sich vorzubereiten.

wie ein ritual wirken diese vorbereitungen auf sie. sie sorge dafür, dass er sie überall benutzen kann…sie denkt daran, wie er es tun wird… epiliert sich gründlich und hofft, dass die roten stippen rechtzeitig weg sein werden. ihre haut ist nun überall glatt und beim verteilen des hautöls muss sie sich bremsen, damit ihre finger sich nicht zwischen ihre schamlippen verirren.

beim anziehen wird sie schon ruhiger… der alltag rückt immer weiter in den hintergrund und aus dem spiegel sieht ihr bereits die sub mit ihrem herausfordernden blick in die augen. schwarze wäsche hatte er gesagt… das ledermieder zählt nicht wirklich zur wäsche, aber sie liebt es auf ihrer haut und fühlt sich darin weniger verletzlich… sie zieht es an und schnürt es schön fest. dazu kommen ein schwarzer leicht glänzender string, halterlose schwarze strümpfe und die hohen riemchenpumps, die sie zwingen langsam und konzentriert zu gehen, aber in denen sie auch gut längere zeit stehen kann. der lange schmale lederrock vervollständigt das ganze und wird heute nur deshalb nicht die männerblicke auf ihren hintern ziehen, weil sie einen mantel tragen wird. sie nimmt das wischfeste make-up und auch die wimperntusche ist bewusst wasserfest gewählt. schließlich will sie nicht wie alice cooper aussehen, wenn ihr doch mal die tränen übers gesicht laufen.
die augen sind stark betont und die lippen werden akurat mit dem konturenstift nachgezeichnet um dann den kussechten lippenstift aufzutragen.

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als sie zur tür geht, schlägt ihr das herz bis zum hals, aber nach außen wirkt ihre anspannung wohl eher wie kühle arroganz. das taxi ist bereits da und der fahrer öffnet ihr eine der hinteren türen. sie widerspricht nicht, obwohl sie lieber auf dem beifahrersitz platz genommen hätte. jetzt fehlt nur noch ein schmollendes gesicht, dann wirkt sie wie ein kind, das aufbegehren möchte – aber sie öffnet nur ihren mantel ein wenig und zieht den rock etwas höher, damit sie bequemer sitzen kann. der fahrer beobachtet sie im rückspiegel, aber er bleibt stumm. sie bemüht sich ihre unruhe zu verbergen, weiß aber nicht, wohin mit ihren händen. der griff in die handtasche befördert den mp3-player zu tage und einen moment später lehnt sie sie mit geschlossenen augen zurück und hört gregorianische gesänge…

das schloss hatte sie bisher nur im vorüberfahren gesehen, weil sich noch keine gelegenheit ergeben es auch zu betreten. mehrmals im jahr findet in ihm eine party der besonderen art statt… gothics, bdsmler aber auch die, die glauben schwarze kleidung alleine würde genügen etwas devotes zum heimischen spielen überreden zu können oder leute mit geld, denen ihr alltäglicher luxus nicht mehr genügt um abwechslung zu haben. ihr hatte immer die passende begleitung für so einen abend gefehlt, aber es stand immer noch ziemlich weit oben auf der liste.

nun steht sie hier… den mantel um sich geschlungen, weil diese dicken mauern und hohen wände sie frösteln lassen. sie fragt sich, wo er ist und ist doch ganz sicher seinen blick auf sich zu fühlen. bisher kennt sie nur sein foto und hofft, dass er so ist, wie sie es aus seinen mails herausgelesen hat. „wir hätten telefonieren sollen…“ denkt sie „wenn seine stimme jetzt völlig daneben ist, dann zerplatzt alles wie eine seifenblase…“ tausend gedanken im kopf, den sie gesenkt hält, weil so nur ein kleiner raum um sie herum existiert… ebensogut könnte sie die hände vor die augen schlagen, um sich zu verstecken, aber es hilft ihr das warten zu überstehen und nicht aus der halle zu rennen (wenn sie denn mit diesen schuhen rennen könnte…)

die zeit will nicht vergehen… mit jeder minute wird sie unruhiger und irgendwann will sie nur noch weg, weil ihr herzschlag immer lauter wird. der gedanke ist noch nicht zu ende gedacht, als sie auch schon den ersten schritt richtung tür macht. „bleib stehen” ihr kopf dreht sich der stimme zu, aber noch bevor sie jemanden sehen kann, steht sie im licht eines scheinwerfers und die stimme sagt: “schau in den großen spiegel vor dir und zieh dich aus – langsam – ich will es genießen”

die gedanken überschlagen sich: „hier in der halle? das kann ja wohl nicht sein ernst sein… und ohne, dass ich ihn auch nur gesehen habe?“ sie wendet sich zur tür um… „wer weiß, ob er überhaupt alleine ist?“ der fluchtinstinkt ist höher als die neugier…

ein peitschenknall lässt sie zusammenzucken und ihr wird schlagartig klar, dass sie genau deshalb hier ist. sie wollte diese angst und sie wollte sie überwinden… wollte sich von ihm über grenzen treiben lassen und dabei erschauern – nun war es soweit. sie dreht sich zum spiegel, in dem sie die bewegung ihres spiegelbildes vorhin hat zusammenzucken lassen… und öffnet langsam ihren mantel…