Blicke

Ein Blick

Ich hatte frei und wollte den Tag für mich gestalten. Den Gedanken an Frühjahrsputz verwarf ich schnell. Der „Zizibäh-Ruf“ der Kohlmeise kündigte endgültig den Frühling an und lockte mich nach draussen.

Warum nicht einfach zur Theresienwiese fahren, um die Bavaria hochzuklettern und den Blick ohne Oktoberfestmassenbesäufniswahnsinn über München schweifen zu lassen? Die Steinchen waren schon vom Gehweg gefegt worden. Auf den braunen, eben erst vom Schnee befreiten Wiesen sah ich Schneeglöckchen. Krokusse waren auch dem Ruf des Frühlings gefolgt und lugten aus dem Boden. Zizibäh.

„Wegen Gleisbauarbeiten kommt die nächste U 8 mit ca. 7 Minuten Verspätung“, lautete die Durchsage. Wenigstens kein „Personenschaden“. Ein Selbstmord durch Springen vor die U-Bahn wurde als „Personenschaden“ durchgegeben. Wie grausig und pietätlos.

Kein Sitzplatz. Mit fiel auf, dass die Stehplatzanzahl durch die langen, krokodilschnauzenförmigen Schuhe der Girlies fast halbiert wurde. Ihre Hosen saßen knapp über der Schamgrenze. Ich spreche über beide Schamgrenzen. Es waren keine Schamhaare zu sehen, da sie entweder noch nicht gewachsen, oder radikal abrasiert waren. Die andere Schamgrenze war durch ein unsichtbares “fick-mich-ich-bin-dumm-wie-brot” überschritten.

In Kopfhöhe kamen diese Eastpac-Jüngelchen ins Spiel, die ihre Rucksäcke immer knapp an meiner Nase vorbei schrappten. Ein aufrechtes Stehen wurde mir somit unmöglich.
Wann haben Frauen eigentlich angefangen, hektisch alle zwei Minuten in der U-Bahn an ihrer Evian-Flasche zu nuckeln, als wären sie auf einer Reise um die Welt. Per U-Bahn!

An der nächsten Station leerte sich der Zug, da dort eine Schule für Unentschlossene war. Ich war froh, diese gelangweilten Gesichtsausdrücke nicht mehr sehen zu müssen. Ein Rehpinscher, per Leine mit einer Wallküre verbunden, zitterte vor sich hin.

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Unsere Blicke bohrten sie sich in unsere Seelen. Es war wie ein Feuerwerk. Ich will Dich!
Dieses Gefühl tanzte zwischen uns. Minutenlang, die sich wie Stunden anfühlten, erzählten unsere Augen von unseren Sehnsüchten. Gänsehaut. Steife Knospen. Pochen im Schritt. Nächster Stop, meine Haltestelle. Er lächelte mich an und ich verließ den Zug. Einigermaßen verwirrt betrat ich die Rolltreppe. Das Gelände der Oktoberfestwiese war nur durch einige Inlineskater belebt.

Als ich die Bavaria betrat, dämmte die plötzliche Dunkelheit meine visuelle Wahrnehmung ein. Ich stieg die Treppe hoch und hatte plötzlich das Gefühl, nicht alleine zu sein. Oben angekommen, lehnte ich mich aus dem Fenster. Also, aus einem Auge der Bavaria. Ich genoss den Blick über München. Erstaunt nahm ich wahr, wie grün meine Stadt ist.

Ich spürte Wärme hinter mir. Ich wusste, er war es.

Kein Wort war nötig. Er schob meinen Rock nach oben, den Slip nach unten und begann, meinen Hintern zu kneten. Meine Beine spreizten sich automatisch. Er fickte mich so heftig, wie ich es mir gewünscht hatte. Wir kamen gleichzeitig. Dann verschwand er.

Ich blieb noch eine Weile so stehen und genoss den Blick über meine Stadt und die ausklingenden Wellen meines Höhepunktes.

Eine Kohlmeise landete auf Bavarias´s Nase und pfiff ein freundliches „Zizibäh“. Nur für mich.